Frauenunion Südbaden informiert sich über die Schäden der Bohrung nach Erdwärme in Staufen Risiken alternativer Energien.
Ein Riss geht durch Staufen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald: Sieben Bohrungen zur Erschließung von Erdwärme fürs Rathaus haben den Boden und das Vertrauen in die Geothermie ins Wanken gebracht Sichtbare Schäden sind am Rathaus, der Pfarrkirche St. Martin sowie Gasthöfen, zwei Schulgebäuden und 50 weiteren Häusern im Zentrum Staufens entstanden. Zahlreiche Bürger fürchten um die Standfestigkeit ihrer Häuser.
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Bürgermeister Michael Beniz erläutert die Schäden und die Suche nach den Ursachen.
"Im September 2007 haben die Bewohner Staufens die ersten Risse in mehreren Häusern der Altstadt entdeckt", so Beniz.
"Besonders war das vor kurzem unter großem Kostenaufwand sanierte Rathaus betroffen.“
Michael Beniz war alarmiert gewesen und startete umgehend die Suche nach der Ursache, die damals noch nicht bekannt war. Hilfe bekam er von den Geologen des Regierungspräsidiums Freiburg.
"Irgendetwas tief unten im Gestein unter der Stadt musste in Bewegung geraten sein", so Beniz. Messungen der Wissenschaftler in der Altstadt zeigten, dass sich die Erde auf einer Fläche von 300 mal 300 Metern jeden Monat durchschnittlich um einen Zentimeter anhob.
Aber was hat die Hebungen verursacht?
Der erste Verdacht fiel auf eine Erdwärmebohrung, die im Auftrag der Stadt Staufen im Spätsommer 2007 durchgeführt worden war. Also nur wenige Wochen, bevor die ersten Schäden aufgetreten sind. In diese Bohrlöcher senkten die Forscher nach den ersten Schäden an den Häusern Temperatursonden ab, um Hinweise auf das Geschehen dort unten zu finden. In einer Tiefe von 60 bis 80 Metern stellen sie fest, dass die Temperatur ungewöhnlich hoch war. Dies war der Hinweis auf eine sogenannte exotherme Reaktion, wie sie zum Beispiel bei der Entstehung von Gips zu beobachten ist. Durch die Bohrlöcher drang Grundwasser in den Anhydrit ein und setzte damit eine chemische Reaktion in Gang: Der Anhydrit wandelte sich allmählich in Gips um und quoll dabei stark auf. Dadurch wurden die darüberliegenden Gesteinsschichten nach oben gedrückt. Deshalb hob sich die Stadt jährlich um einige Zentimeter.
Wenn aber immer mehr Wasser eintritt, stoppt der Quellvorgang erst, wenn der gesamte Anhydrit vollständig in Gips umgewandelt worden ist. Niemand kann bisher voraussagen, wann das sein wird. Bisher können alle Betroffenen, Anwohner wie Wissenschaftler, nur zuschauen und hoffen, dass der fatale Hebungsprozess unter Staufens Altstadt bald stoppt.
Ein weiteres Problem sind die Kosten der Geschädigten.
"Keiner will verantwortlich sein ", klagt ein Mitglied der örtlichen Selbsthilfegruppe und befürchtet am Schluss auf den Kosten sitzen zu bleiben.
Auch Andy Jung MdB informierte sich vor Ort.
Birgit Veith die Vorsitzende der FU Südbaden forderte eingehende Forschungen und Kontrollen der Risiken und Schäden die durch alternativen Energien verursacht werden können.
Helga Gund
aktualisiert von Helga Gund, 27.07.2010, 11:15 Uhr |